Der Holocaust im Film
Heute komme ich endlich dazu, ein paar Worte über eine sehr interessante Veranstaltung zu schreiben, die ich vor rund zwei Wochen besucht habe. Im Jüdischen Museum Berlin wurde ein neuer Sammelband zur filmischen Darstellung des Holocaust vorgestellt, Welchen der Steine du hebst. Das Buch selbst habe ich leider noch nicht in der Hand gehabt, werde aber sicher in der nächsten Zeit mal reinlesen. Für die Zusammenstellung der Aufsätze und für die Buchvorstellung selbst gibt’s aber an dieser Stelle schonmal ein Lob vorab.
Wenn sechs Wissenschaftler Kurzvorträge über ihre eigene Publikation halten, kann das auch eine ziemlich unerträgliche, selbstbeweihräuchernde Veranstaltung werden. Dieser Abend war dagegen eine charmante, weil nicht immer ganz perfekte Einladung, sich mit dem Thema ein bißchen intensiver zu befassen. Positiv fand ich vor allem, dass “Schindlers Liste” und ähnlich bekannte Filme nur am Rande gestreift wurden, um Symbole, Rollenkonstellationen oder ähnliches in Erinnerung zu rufen. Vorgestellt wurden stattdessen einerseits Filme, die vielleicht keine größere Breitenwirkung hatten, dafür aber unter Filmschaffenden umso schärfer diskutiert wurden, Dokumentationen, die für den Schulunterricht empfohlen werden und schließlich Filme aus Israel, die in Deutschland wenig bekannt sind. Auch die Themensetzung war überraschend vielseitig (u.a. Porrajmos, Genderfragen und Konflikte bei der Integration der Holocaust-Überlebenden in Israel).
Den Mainstream der Geschichtsinteressierten erreicht man mit so einer Publikation natürlich nicht unbedingt. Umso schöner, dass die Stiftung “Erinnerung Verantwortung Zukunft” das Projekt trotzdem gefördert hat. Dadurch hab ich nämlich einen Abend gehabt, der bis jetzt nachwirkt. Und einige Tipps für meine Liste mit Filmen, die ich unbedingt noch sehen muss.
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