Eine Heimat in der Hölle
Ein bißchen verspätet, aber jetzt ist mein Artikel über Pruitt-Igoe, den ich für den Freitag geschrieben habe, auch online zu lesen. Für die aktuelle Diskussion um bezahlbaren innerstädtischen Wohnraum, Mietenproteste und städtische Verdichtung ist die Geschichte dieser Großsiedlung in St. Louis ein interessantes Lehrstück: 1954 bezogen, 1972 abgerissen. Dazwischen ein erschreckend schneller, absoluter und scheinbar nicht umkehrbarer Niedergang: Vandalismus, Vernachlässigung durch die Mieter, marode Bauten, Bandenkriege, sogar Morde. Zumindest war das lange Zeit die Erzählung, die mit dem Namen Pruitt-Igoe verbunden war.
In Amerika ist Pruitt-Igoe bis heute ein großes Thema, die Bilder von der Sprengung der Hochhäuser 1972 sind Ikonen geworden, die immer noch zu sehr emotionalen Diskussionen führen. Erst in letzter Zeit fangen Forscher an, genauer hinzusehen - und damit auch die ehemaligen Bewohner von ihrem Stigma freizusprechen, sozial und intellektuell nicht bereit für die Wohltaten des Sozialstaates gewesen zu sein.
Der sehr sehenswerte Dokumentarfilm von Chad Freidrich, für den der Trailer oben wirbt, ist leider im Moment nur per DVD-Order aus den USA zu bekommen. Aber ich glaube, der Trailer gibt einen guten ersten Eindruck. Weitere Interviews mit ehemaligen Bewohnern, die viel über die Reglementierung durch die Sozialbehörden aussagen, sind übrigens hier zu sehen.
25 March 1949 Soviet Union organised mass deportation of 90,000 Baltic nationals to Siberia.
Today, we light 22 000 candles to honor and remember those innocent people.
It affected every family here in Estonia including mine.
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